Unternehmen kaufen 2026: Share Deal, Asset Deal & Prüfung
Unternehmen kaufen 2026: Share Deal, Asset Deal und die richtige Prüfung
Beim Unternehmenskauf 2026 gibt es zwei Grundformen: den Share Deal (du kaufst die Gesellschaftsanteile samt Historie und Risiken) und den Asset Deal (du kaufst nur einzelne Wirtschaftsgüter). Käufer bevorzugen meist den Asset Deal wegen des Step-up und neuer Abschreibungen, Verkäufer den Share Deal (steuerschroeder, 2026). Welche Form für dich richtig ist, entscheidet über Steuern, Haftung und Kaufpreis – dieser Guide erklärt beide und die Prüfung dazwischen.
Ein Firmenkauf kann schneller wachsen lassen als jahrelanger Aufbau von null. Aber wer eine Firma kauft, kauft auch ihre Risiken. Dieser Artikel gehört zur Gründungs-Roadmap und ergänzt die Skalierung. Über eine Holding gekauft, ist ein späterer Weiterverkauf zudem steuergünstig – siehe Holding-GmbH.
Share Deal vs. Asset Deal im Vergleich
| Kriterium | Share Deal | Asset Deal |
|---|---|---|
| Kaufgegenstand | Gesellschaftsanteile | einzelne Wirtschaftsgüter |
| Historie & Risiken | übernimmst du mit | bleiben meist beim Verkäufer |
| Step-up / Abschreibung | nein | ja, neues Potenzial |
| Prüfungstiefe | hoch (ganze Historie) | geringer |
| Bevorzugt von | Verkäufern | Käufern |
Quelle: steuerschroeder und firmenzukaufen.de, 2026. Die Wahl hängt von Rechtsform, stillen Reserven, Grundstücken, Verlustvorträgen und Haftungsrisiken ab.
Der Step-up: warum Käufer den Asset Deal mögen
Beim Asset Deal setzt du die gekauften Wirtschaftsgüter mit den Anschaffungskosten an (steuerschroeder, 2026). Dadurch entsteht oft neues Abschreibungspotenzial – du kannst den Kaufpreis über die Jahre steuerlich geltend machen. Das senkt deine künftige Steuerlast.
Der Nachteil: Beim Asset Deal kann es trotzdem zu einer Haftung des Erwerbers für unternehmensbezogene Verbindlichkeiten kommen (schindhelm, 2026). Diese Risiken deckst du in der Due Diligence auf.
Die Due Diligence: die harte Prüfung
Die Due Diligence ist die sorgfältige Untersuchung von Chancen und Risiken vor dem Kauf. Käuferteams aus Anwälten und Steuerberatern scannen hunderte Dokumente (firmenzukaufen.de, 2026). Drei Prüffelder stehen im Zentrum:
- EBITDA-Qualität – ist der Gewinn bereinigt und wiederkehrend?
- Working Capital – wie hoch ist der Kapitalbedarf für den laufenden Betrieb?
- Legal Risks – welche rechtlichen Risiken (Verträge, IP, Compliance, Personal) kaufst du mit?
Beim Share Deal ist die Prüfung besonders tief, weil du die ganze Historie übernimmst (firmenzukaufen.de, 2026).
Unternehmensbewertung: was ist die Firma wert?
Der Wert wird mit anerkannten Methoden ermittelt (firmenzukaufen.de, 2026):
- DCF-Verfahren (Discounted Cash Flow) – Basis für die meisten Bewertungen
- Multiples – Vergleich mit ähnlichen Transaktionen
- Substanzwertverfahren – Wert der Vermögensgegenstände
- IDW S1 – der Standard des Instituts der Wirtschaftsprüfer
Der Kaufpreis ist nicht gleich der Wert – er ist das Ergebnis der Verhandlung. Eine saubere Bewertung setzt realistische Preisanker.
Grunderwerbsteuer: die versteckte Falle
Bei grundbesitzenden Gesellschaften können Anteilsübertragungen grunderwerbsteuerpflichtig werden, wenn bestimmte 90-Prozent-Schwellen und Zeiträume erreicht werden (steuerschroeder, 2026). Hat die Zielfirma Immobilien, prüfe das früh – die Grunderwerbsteuer kann den Deal spürbar verteuern.
Earn-out: die Brücke bei Preisunterschieden
Wenn Käufer und Verkäufer sich beim Preis nicht einig werden, hilft oft eine Earn-out-Klausel: Ein Teil des Kaufpreises wird später gezahlt, abhängig vom künftigen Erfolg (firmenzukaufen.de, 2026). Das schließt Finanzierungslücken und teilt das Risiko.
INSIDER: Achte in der Due Diligence besonders auf Klumpenrisiken – hängt der halbe Umsatz an einem Kunden oder am Verkäufer selbst? Firmen, deren Wert am Inhaber klebt, verlieren nach der Übernahme oft dramatisch. Kaufe Systeme und wiederkehrende Umsätze, nicht die Beziehungen einer einzelnen Person.
Dein Kaufprozess in 5 Schritten
- Zielsuche – passende Firma über Plattformen oder Netzwerk finden
- NDA & erste Prüfung – Vertraulichkeit, dann Informationsmemorandum
- Due Diligence – Anwälte und Steuerberater prüfen die Substanz
- Deal-Struktur wählen – Share oder Asset Deal, Kaufvertrag verhandeln
- Signing & Closing – Vertrag unterzeichnen, Übergabe organisieren
Plane für einen strukturierten Prozess im Mittelstand 6 bis 18 Monate ein (firmenzukaufen.de, 2026).
FAQ: Unternehmen kaufen 2026
Was ist der Unterschied zwischen Share Deal und Asset Deal?
Beim Share Deal kaufst du die Gesellschaftsanteile samt Historie und Risiken. Beim Asset Deal kaufst du nur einzelne Wirtschaftsgüter und profitierst vom Step-up mit neuem Abschreibungspotenzial (steuerschroeder, 2026).
Was ist eine Due Diligence?
Die sorgfältige Prüfung des Zielunternehmens vor dem Kauf – finanziell, rechtlich und steuerlich. Käuferteams prüfen EBITDA-Qualität, Working Capital und rechtliche Risiken (firmenzukaufen.de, 2026).
Wie wird der Unternehmenswert berechnet?
Mit Methoden wie DCF-Verfahren, Multiples, Substanzwertverfahren oder nach IDW S1. Der Kaufpreis ergibt sich dann aus der Verhandlung (firmenzukaufen.de, 2026).
Wie lange dauert ein Unternehmenskauf?
Ein strukturierter Prozess dauert im Mittelstand zwischen 6 und 18 Monaten (firmenzukaufen.de, 2026).
Hinweis: Unternehmenskäufe sind komplexe Transaktionen. Dieser Artikel ersetzt keine Rechts- und Steuerberatung – ziehe spezialisierte M&A-Berater hinzu.
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