Steuern für Selbstständige 2026: Der komplette Guide

Profilbild Michael Schoeberl · · 5 Min. Lesezeit ·Aktualisiert am 20 August, 2026

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Steuern für Selbstständige 2026: Kleinunternehmer, Umsatzsteuer und EÜR

Als Selbstständiger zahlst du 2026 vor allem Einkommensteuer auf deinen Gewinn. Umsatzsteuer musst du nur ausweisen, wenn du die Kleinunternehmergrenze überschreitest: 25.000 Euro Umsatz im Vorjahr oder 100.000 Euro im laufenden Jahr (§ 19 UStG, Taxfix 2026). Dieser Guide erklärt die drei Steuerarten, die dich betreffen, und die Kleinunternehmerregelung, die für die meisten Gründer die wichtigste Weiche ist.

Steuern sind die häufigste Unsicherheit bei Gründern – und die, bei der teure Fehler passieren. Dieser Artikel gehört zur Gründungs-Roadmap und folgt auf die Rechtsformwahl. Er ersetzt keine Steuerberatung, gibt dir aber die Grundlagen, um die richtigen Fragen zu stellen.

Die 3 Steuerarten, die dich als Selbstständiger betreffen

Steuer Worauf Wer zahlt
Einkommensteuer dein Gewinn alle Selbstständigen
Umsatzsteuer dein Umsatz alle außer Kleinunternehmer
Gewerbesteuer Gewerbeertrag über 24.500 € Gewerbetreibende, nicht Freiberufler

Freiberufler zahlen keine Gewerbesteuer. Kleinunternehmer weisen keine Umsatzsteuer aus. Die Einkommensteuer trifft jeden, der Gewinn macht.

Kleinunternehmergrenzen 2026 § 19 UStG – Umsatzgrenzen Vorjahr (netto) 25.000 €Laufendes Jahr 100.000 € Quelle: § 19 UStG, Stand 2026

Die Kleinunternehmerregelung 2026: die wichtigste Weiche

Die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG befreit dich von der Umsatzsteuer. Seit dem 1. Januar 2025 gelten neue Grenzen, die auch 2026 unverändert sind (Steuernaut, 2026).

Die zwei Grenzen:

  1. 25.000 Euro Nettoumsatz im Vorjahr
  2. 100.000 Euro im laufenden Kalenderjahr

Bleibst du unter beiden, stellst du Rechnungen ohne Umsatzsteuer aus und führst keine ab. Der wichtige Unterschied seit 2025: Die 25.000-Euro-Grenze ist ein Nettowert – früher waren es 22.000 Euro brutto (Steuernaut, 2026).

Was beim Überschreiten passiert: Überschreitest du im laufenden Jahr die 100.000-Euro-Grenze, endest du sofort ab diesem Umsatz aus der Regelung und musst Umsatzsteuer ausweisen (Tide, 2026). Wichtig: Du schuldest dem Finanzamt die Umsatzsteuer ab Überschreitung – auch wenn du sie beim Kunden nicht eingezogen hast (Gründerplattform, 2026).

Vorteil und Nachteil der Kleinunternehmerregelung

Vorteil: Keine Umsatzsteuer-Voranmeldung, keine Umsatzsteuererklärung (seit 2024 weggefallen), weniger Bürokratie. Deine Preise wirken für Privatkunden günstiger.

Nachteil: Kein Vorsteuerabzug. Kaufst du einen Laptop für 2.380 Euro (2.000 Euro plus 380 Euro USt), bekommst du die 380 Euro nicht zurück (Taxtify, 2026). Bei hohen Investitionen kann die Regelbesteuerung günstiger sein.

Neu ab 2025: Kleinunternehmer-Umsätze sind jetzt echt umsatzsteuerfrei nach § 19 Abs. 1 UStG, nicht mehr nur „nicht erhoben” (Taxtify, 2026).

So aktivierst du die Kleinunternehmerregelung

Du beantragst sie nicht separat. Im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung bei der Gründung gibst du eine Umsatzprognose an und kreuzt an, dass du die Regelung nutzen willst (Tide, 2026). Damit gilt sie ab Beginn deiner Tätigkeit.

Achtung Bindung: Verzichtest du freiwillig auf die Regelung (Option zur Regelbesteuerung), bist du fünf Jahre daran gebunden (Bürgerservice, 2026). Überlege dir das gut.

INSIDER: Richte vom ersten Tag an ein separates Rücklagenkonto ein und überweise nach jeder Einnahme sofort 40 Prozent dorthin. Der erste Steuerbescheid kommt oft erst im zweiten Jahr – dann aber geballt inklusive Vorauszahlungen fürs Folgejahr. Wer nicht zurücklegt, steht plötzlich vor einer fünfstelligen Nachforderung ohne Rücklage.

Die EÜR: deine Gewinnermittlung

Als Einzelunternehmer, Freiberufler oder GbR ermittelst du deinen Gewinn per Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR). Das Prinzip ist simpel: Einnahmen minus Ausgaben gleich Gewinn. Auf diesen Gewinn zahlst du Einkommensteuer.

Kapitalgesellschaften wie UG und GmbH müssen dagegen bilanzieren – das ist aufwendiger und meist ein Fall für den Steuerberater.

Was du absetzen kannst: Betriebsausgaben mindern deinen Gewinn und damit deine Steuer. Dazu zählen Arbeitsmittel, Software, Büro, Fahrtkosten, Fortbildung und Fachliteratur. Sammle jeden Beleg.

INSIDER: Wenn du eine GmbH hast und ein E-Auto als Dienstwagen fährst, nutze die 0,25%-Regel. Die Bruttolistenpreisgrenze dafür wurde 2026 von 70.000 auf 100.000 Euro angehoben (norman.finance, 2026). Ein E-Auto mit 60.000 Euro Listenpreis ergibt so nur 150 Euro geldwerten Vorteil pro Monat statt 600 Euro beim Verbrenner. Über die Jahre summiert sich das zu einer erheblichen Steuerersparnis.

E-Rechnung: Pflicht auch für Kleinunternehmer

Seit 2025 müssen Unternehmen im B2B-Bereich elektronische Rechnungen empfangen können – das gilt auch für Kleinunternehmer (Bürgerservice, 2026). Beim Ausstellen gibt es Übergangsfristen: Kleinunternehmer dürfen aktuell noch vereinfachte Rechnungen (etwa PDF) stellen, sofern der Empfänger zustimmt. Stelle aber sicher, dass du strukturierte E-Rechnungen empfangen kannst.

Die wichtigsten Steuer-Fristen im Überblick

Frist Was
10. des Folgemonats Umsatzsteuer-Voranmeldung (bei Regelbesteuerung)
31. Juli des Folgejahres Einkommensteuererklärung (ohne Berater)
Ende Februar (2. Jahr) Steuererklärung mit Steuerberater

Plane für die Steuernachzahlung Rücklagen ein. Ein häufiger Anfängerfehler: Der erste Steuerbescheid kommt spät, aber dann geballt – inklusive Vorauszahlungen fürs Folgejahr.

FAQ: Steuern für Selbstständige 2026

Wie hoch ist die Kleinunternehmergrenze 2026?

Die Grenze liegt bei 25.000 Euro Nettoumsatz im Vorjahr und 100.000 Euro im laufenden Kalenderjahr (§ 19 UStG, Stand 2026). Überschreitest du eine davon, giltst du als regelbesteuert.

Muss ich als Kleinunternehmer eine Steuererklärung machen?

Ja. Die Kleinunternehmerregelung betrifft nur die Umsatzsteuer. Einkommensteuererklärung und Gewinnermittlung (EÜR) bleiben Pflicht.

Zahlen Freiberufler Gewerbesteuer?

Nein. Freiberufler nach § 18 EStG sind von der Gewerbesteuer befreit. Sie zahlen nur Einkommensteuer und gegebenenfalls Umsatzsteuer.

Lohnt sich die Kleinunternehmerregelung immer?

Nein. Bei hohen Investitionen kann der fehlende Vorsteuerabzug teuer werden. Wenn du viel einkaufst oder überwiegend Geschäftskunden hast, kann die Regelbesteuerung günstiger sein.

Was passiert, wenn ich die 100.000-Euro-Grenze überschreite?

Du fällst sofort ab diesem Umsatz aus der Kleinunternehmerregelung und musst Umsatzsteuer ausweisen und abführen – auch rückwirkend auf den überschreitenden Umsatz (Tide, 2026).

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Kläre deine konkrete Situation mit einem Steuerberater.


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#kleinunternehmer#selbstständigkeit#steuern#umsatzsteuer

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